Bundestagsabgeordneter
für den Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Parlamentarischer Staatssekretär a.D.
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PRESSEMITTEILUNGEN



PRESSE
 
04.04.2013
Kürzungen in der archäologischen Denkmalpflege in NRW - Landespläne treffen Ausgrabungsstätten in Minden-Lübbecke hart.


Kampeter: Erhalt von Denkmälern und historischen Stätten für nachfolgende Generationen ist Aufgabe und Verpflichtung für eine Kulturnation wie Deutschland - in NRW wird am falschen Ende gespart

Pressemitteilung:„Der Erhalt von Denkmälern und historischen Stätten für nachfolgende Generationen ist Aufgabe und Verpflichtung für eine Kulturnation wie Deutschland. Und insbesondere Nordrhein-Westfalen ist reich an Historie und damit auch an archäologischen Fundstellen“,  sagt der heimische Bundestagsabgeordnete und Parl. Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen, Steffen Kampeter, und bekräftigt: „Der Bund steht hier weiterhin zu seiner Verantwortung beim Denkmalschutz.“

In NRW jedoch sind Archäologie und Denkmalpflege von Kürzungen der rot-grünen Landesregierung bereits hart getroffen und werden ab 2015 mit der geplanten Streichung sämtlicher Landesgelder fast vollständig handlungsunfähig. Würde es soweit kommen und das Land sich aus der Finanzierung der Archäologie und Denkmalpflege zurückziehen, sei das, betont Kampeter, nicht nur eine kulturpolitische Bankrott-Erklärung für Rot-Grün, sondern auch Raubbau an der Geschichte. Und es hätte darüber hinaus auch Auswirkungen auf Bundesförderung einzelner Projekte: „Da diese zwangsläufig an die des Landes gekoppelt ist“, gibt Kampeter zu bedenken.

Von diesen Kürzungen und Plänen der rot-grünen Landesregierung blieb und bleibt auch der Kreis Minden-Lübbecke nicht verschont: Betroffen sind hiervon vorrangig die Fortführung der Ausgrabung bronzezeitlicher Gräber in Porta Westfalica-Holtrup und die Nachbearbeitung der Ausgrabungen in Porta Westfalica-Barkhausen. Das Römerlager in Barkhausen umfasst ein vorgeschichtliches Gräberfeld und frühmittelalterlichen Friedhof. Obgleich die archäologische Auswertung der Befunde bereits in vollem Gange ist, sind nach Informationen von Steffen Kampeter, die Mittel von den hierfür benötigten 14.500 Euro in diesem Jahr auf 6.500 Euro bereits gekürzt worden. Mit dieser drastischen Halbierung der Gelder muss die Arbeit aber „irgendwie fortgeführt werden“, sagt Dr. Daniel Bérenger Leiter der Außenstelle Bielefeld der LWL-Archäologie für Westfalen. „Und wir wissen, dass es hier noch weitere Teile des Lagers in unmittelbarer Nähe gibt, wonach noch geforscht werden müsste.“

Weitaus dramatischere Auswirkungen hat dies aber für die archäologische Fundstelle in Holtrup. „Auf die Erkundung und Untersuchungen werden wir hier ganz verzichten müssen“, so Dr. Bérenger.  Er vermutet an diesem Ort drei Gräber mit Steinsetzung: „Das ist ziemlich neu für die Region. Und wenn man die Ausgrabungen jetzt nicht macht und sich auf die nächsten zehn oder 20 Jahre vertrösten lässt, dann gibt es die Gräber unwiederbringlich nicht mehr“, betont der Experte. Zu nah würden diese archäologischen Schätze unter der Erdoberfläche liegen.

Wie wichtig diese archäologischen Untersuchungen und ihre Ergebnisse sind, darauf weist der Kreisheimatpfleger Dr. Gerhard Franke hin: „In der Porta Westfalica hat die gesamte Geschichte ihre Spuren hinterlassen - von der Frühzeit die Römern bis hin zu den dunklen Kapiteln des Zweiten Weltkrieges.“ In diesem Bereich hat es eine Vielzahl von Durchzügen gegeben, so Franke. „Die Porta war über die Epochen hinweg immer ein wichtiger Verkehrsraum und deshalb von besonderem historischen Interesse. Darum geht es“, betont Dr. Franke.

Ähnliches gilt auch für die „Schlachtfeldarchäologie“ im Raum Minden, bei der die Schauplätze des Sieben-jährigen-Krieges und der „Schlacht bei Minden“ erkundet werden sollen. „Das alles ist auch die Geschichte unserer Heimat. Und so werden wohl noch viele unentdeckte Schätze im Boden des Mühlenkreises verborgen liegen“, so Kampeter. Deren Hebung aber dürfe nicht dadurch gefährdet werden, weil in NRW am falschen Ende gespart werden soll